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Die Rechtsreferendarin mit zwei ihrer Mentoren aus dem Bereich der Sozialhilfe-Prüfung.Wertvolle Erfahrungen...

Die Rechtsreferendarin mit zwei ihrer Mentoren aus dem Bereich der Sozialhilfe-Prüfung

Wertvolle Erfahrungen...

Sechs Wochen als Rechtspraktikantin im LWL-RPA

Die letzten sechs Wochen verbrachte ich als Rechtspraktikantin im LWL-Rechnungsprüfungsamt, um Erfahrungen im Rahmen eines Verwaltungspraktikums sammeln zu können. Durch die besondere Stellung der Rechnungsprüfung innerhalb des LWL konnte ich mir durch das nähere Kennenlernen des Rechnungsprüfungsamts auch gleichzeitig ein besseres Bild von der Organisation des LWL im Gesamten machen. Ich lernte dabei sowohl den LWL als Kommunalverband mit seinen Abteilungen und Aufgabenverteilungen zu verstehen als auch die Funktionen und Abläufe der Rechnungsprüfung im Allgemeinen.

 

Um anfangs erstmal ein Grundverständnis für den Begriff und das Verfahren der Rechnungsprüfung zu erlangen, half mir das Skript zur Einführung in die örtliche Rechnungsprüfung und das nachfolgende Gespräch mit Herrn Streffing, dem Leiter des LWL-Rechnungsprüfungsamts. Außerdem stellten mir die drei Referatsleiter in persönlichen Gesprächen ihre Referate Finanzprüfungen, Fachprüfungen und Querschnittsprüfungen ausführlich vor und beantworteten alle meine verbliebenen Fragen.

 

Meine erste Aufgabe bestand darin, einen Vermerk zur Betätigungsprüfung durch das LWL-Rechnungsprüfungsamt zu schreiben und die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie mögliche Prüfungsgegenstände zu recherchieren. Hintergrund war eine Gesetzesänderung, die die Betätigungsprüfung neuerdings als fakultative Aufgabe der örtlichen Rechnungsprüfung regelt, sodass sie der Rechnungsprüfungsbehörde nicht eigens übertragen werden muss. Es gefiel mir sehr an dieser Aufgabe zu arbeiten, da sie meine juristischen Fachkenntnisse herausforderte und ich gleichzeitig für mich unerforschte Rechtsgebiete kennenlernte. Antworten und Anregungen bekam ich von Herrn Glanemann und Herrn Streffing.

 

In den letzten drei Wochen beschäftigte ich mich hauptsächlich ebenfalls mit einer bisher noch nicht praktizierten Prüfungsart, der Formularprüfung. Zunächst beurteilte ich eine vom Institut der Rechnungsprüfer entworfene Arbeitshilfe zu den grundsätzlichen Gegenständen einer Formularprüfung. Dann hatte ich Gelegenheit diese auf ein neues Antragsformular anzuwenden, das im Bereich der Sozialhilfe verwendet wird. Was mich an dieser Aufgabe begeisterte, war die Praxisnähe. Im letzten Arbeitsschritt konnte ich mich an den Prüfkonzeptionen der Sozialhilfeprüfer und an den Einzelfallakten der entsprechenden Leistung orientieren und so eine Vorstellung davon entwickeln, wie die Planung einer Prüfung ablaufen könnte. Dabei wurde ich von Herrn Schmidt und Herrn Lambrecht unterstützt.

 

Außerdem beschäftigte ich mich mit verschiedenen kleineren Fragestellungen, zu denen ich juristische Stellungnahmen anfertigte, wie z.B. zur Ablieferung von Pflichtexemplaren an diverse Bibliotheken oder zur Funktionsnachfolge beim Wechsel der funktionalen Zuständigkeit im Bereich der Eingliederungshilfe.

 

Während meiner Zeit im Rechnungsprüfungsamt hatte ich Gelegenheit an Referatsbesprechungen und an einem Abschlussgespräch teilzunehmen. Es gefiel mir sehr, auch ein paar Einblicke in das praktische Arbeitsleben im Rechnungsprüfungsamt erhalten zu können. Dieses musste sich auch der aktuellen Situation anpassen, weshalb Home-Office und Videokonferenzen momentan naturgemäß dazugehören. Umso mehr begeisterte mich, wie freundlich und offen ich von den Kollegen willkommen geheißen wurde, die mich für meine sechs Wochen Praktikumszeit in ihrer Mitte aufnahmen und denen ich jederzeit alle Fragen stellen konnte.

 

Das Praktikum im LWL-Rechnungsprüfungsamt hat mir einen guten Überblick über die Organisation des LWL verschafft und hat es mir erlaubt, einen ersten Eindruck von der Arbeit in der Verwaltung zu bekommen. Ich konnte mich sowohl juristischen Problemstellungen annehmen als auch den Arbeitsalltag der Prüfer und Prüferinnen kennenlernen.

 

Ich bedanke mich für die Möglichkeit, mein Verwaltungspraktikum beim LWL-Rechnungsprüfungsamt zu absolvieren. Das Praktikum hat mir viel Spaß gemacht, die Kollegen haben mich herzlich empfangen und ich konnte viele wertvolle Erfahrungen sammeln.

 

Cathalena Kleinert

Vier Auszubildende, die derzeit parallel im LWL-Rechnungsprüfungsamt lernen (v.l.): Johanna Uhlenbrock, Alina Börtz, Anne Enxing und Sophia PlankermanVier auf einen Streich...

Vier Auszubildende, die derzeit parallel im LWL-Rechnungsprüfungsamt lernen (v.l.): Johanna Uhlenbrock, Alina Börtz, Anne Enxing und Sophia Plankerman

Vier auf einen Streich...

Wie es das LWL-Rechnungsprüfungsamt während der Corona-Pandemie ermöglicht, viele Auszubildende vor Ort zu betreuen

Münster (lwl). Es ist Sommer und damit Urlaubszeit. Viele Büros sind leerer als üblich. Dazu kommt noch Corona: Die Homeoffice-Möglichkeit schafft weiteren Platz in den Diensträumen des LWL. Das LWL-Rechnungsprüfungsamt (LWL-RPA) nutzt diesen Raum: Hier werden derzeit parallel vier bis fünf Auszubildende statt im Homeoffice überwiegend vor Ort in Münster betreut.

„Obwohl unser Amt mit rund 30 Beschäftigten eher eine kleine Abteilung ist, funktioniert das ganz hervorragend“, sagt Thomas Streffing, Leiter des LWL-RPA. Jede Nachwuchskraft erhält ein Einzelbüro, die Ausbilderinnen und Ausbilder sind ebenfalls die meiste Zeit vor Ort und auch in den Konferenzräumen ist Platz für die Auszubildenden.

Arbeiten im Büro hat viele Vorteile: Die jungen Menschen bekommen einen intensiven Eindruck von der Arbeit der Abteilung, können sich in einem ausreichend großen Besprechungsraum - mit Abstand - untereinander austauschen sowie unterstützen und lernen sich besser kennen: „Wir haben uns zum Beispiel gemeinsam in einem Workshop auf die erste Praxisprüfung vorbereitet“, sagt Johanna Uhlenbrock, Auszubildende im ersten Jahr.

„Natürlich ist es im LWL-RPA auch für die Auszubildenden möglich, im Homeoffice zu arbeiten. Ihnen steht ein eigener Laptop für die Arbeit von zuhause zur Verfügung“, so Streffing. Die Digitalisierung sei im LWL-RPA weit fortgeschritten. „Sowohl die Nachwuchskräfte als auch die Ausbilderinnen und Ausbilder sind geübt im Umgang mit flexiblen Arbeitsorten, digitaler Kommunikation und digitalem Lernen“, so Streffing weiter. Dennoch entscheiden sich viele Auszubildende, einen großen Teil ihrer Arbeitszeit im Büro zu verbringen: „Vor Ort sind eben auch spontane Treffen mit den Kolleginnen und Kollegen möglich und es gibt direktes Feedback“, sagt Ausbilderin Gerda Möllers.

„Ohne Auszubildende wären wir nicht so gut aufgestellt“

Schon vor der Corona-Pandemie betreute das LWL-Rechnungsprüfungsamt regelmäßig viele Auszubildende. Auch zum eigenen Nutzen: „Die Auszubildenden sind äußerst motiviert und haben viele Innovationen angestoßen“, sagt Thomas Streffing. Die Nachwuchskräfte produzierten beispielsweise Erklärvideos zu Themen der Rechnungsprüfung für die Internetseite des LWL-RPA oder halfen bei der Gestaltung des Prüf-Wiki des LWL-RPA. „Ohne Auszubildende wären wir nicht so gut aufgestellt“, so Streffing, der sich über das Interesse unter den Auszubildenden an seiner Abteilung freut – genauso wie über die gute Zusammenarbeit mit dem Team der LWL-Ausbildungsabteilung: „Hier finden wir bei allen Fragen zur Ausbildung viel Unterstützung.“